SOT-23 & SOT-89 in der Welle löten

Fragen und Diskussionen rund um die Themen Leiterplatten- und Elektronikdesign.

SOT-23 & SOT-89 in der Welle löten

Beitragvon cad-klaus » Mi 14. Jan 2015, 21:33

Allwissendes Forum,
mir tritt gerade ein Lohnbestücker auf die Füße, weil ich SOT-23 und SOT89 für die Wellenlötung "falsch" angeordnet habe. Dabei ist es sehr schwer, mit dem Lohnbestücker zu reden, denn das Projekt läuft über mehrere Firmen.

Was wurde im Design umgesetzt?
Nach Angaben von Phillips / NXP sind beide Gehäuseformen über Welle lötbar. Die Pads sind entsprechend vergrößert, damit das Zinn leichter "anspringt". Das Gehäuse taucht mit einer breiten Kante in die Welle ein.

Die Forderung:
Man möge die Gehäuse um 90° drehen, so dass eine schmale Kante in die Welle taucht.

Grundsätzlich ist das machbar, wenn auch im fertigen Layout schwierig zu realisieren. Verwunderlich ist, dass dieser Lohnbestücker bereits über 50.000 andere Geräte mit SOT-23 - Bauteilen über Welle gelötet hat.

Die Recherche bei weiteren einschlägigen Halbleiterherstellern ergab nun folgendes Ergebnis:
Infinion hat nur SOT-23 für Wellenlötung empfohlen, eine schmale Kante taucht in die Welle. SOT-89 wird bei Infineon nicht für Wellenlötung empfohlen.
Bei ON Semi, Fairchild und Texas habe ich keine Empfehlung zum Wellenlöten gefunden.

Hat jemand Erfahrung mit den beiden Gehäusen in der Welle? Welche Richtung? Probleme, insbesondere bei SOT-89?

Normalerweise vermeide ich, überhaupt SMD-Bauteile über Welle zu löten. In diesem Fall war es unumgänglich, weil der Platz eng ist und der Lohnbestücker auch beim Vorgängerprojekt ausdrücklich Wellenlötung vorschrieb. Eine Richtlinie dazu wurde mir natürlich nicht zur Verfügung gestellt. Außerdem muss ich damit rechnen, das auch mal jemand anderes fertigt.

Erfahrungen können auch gerne per Mail an mich direkt gesandt werden, sie werden dankbar angenommen.

Grüße aus Hofheim
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Re: SOT-23 & SOT-89 in der Welle löten

Beitragvon ThomasSchneider » Do 15. Jan 2015, 07:38

Hallo Herr Ferger,

ich kenne das aus der Vergangenheit auch so, dass es auf der Welle leichter zu löten ist,
wenn die schmale Seite in die Welle eintaucht.
Manchmal ist es dann nötig das letzte Pad größer zu machen. Das hängt aber auch sehr
von den verwendeten "Maschinen" ab.

Beim eintauchen der breiten Seite gibt es eine Schattenwirkung.
Um dieser Schattenwirkung entgegen zu wirken hatten wir damals eine Wöthmannwelle
eingebaut. Es war oft einfach nicht möglich die Bauteile zu drehen.

Aber ich denke als Design-Diensleister ist es ohne den Kontakt zum EMS-Dienstleister zu haben
nachzuvollziehen wie die LP über die Welle laufen wird.
Ich würde an dieser Stelle die angedachete Wellenrichtung in den Unterlagen zu vermerken.
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Re: SOT-23 & SOT-89 in der Welle löten

Beitragvon cad-klaus » Fr 17. Jul 2015, 19:24

Ein Nachtrag vom Anfrager selbst:

Es rumorte einige Zeit und irgendwann stellte auch der Lohnbestücker fest, dass ja bereits viele Baugruppen mit ähnlichem Design problemlos gelötet wurden. Nur von den Mustern waren die Lötergebnisse schlecht und es waren auch andere Lötfehler drin. Nachdem Nachfragen bei allen Beteiligten in der Lieferkette und bei mir keine neuen Erkenntnisse brachten, suchte man im eigenen Haus nach dem Fehler. Und siehe da, der Lötrahmen in der Musterlinie war nicht richtig justiert. AHA, die Erde ist doch eine Kugel ...
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